Elektromobilität in Südtirol – Status Quo und Fördermöglichkeiten

Autoren: Philipp J. Gamper (Fachbereich Corporate Finance & Tax)

Der Beginn des Zeitalters der Elektromobilität ist massiv geprägt vom Trend des Wettbewerbes zwischen den Anbietern. Unternehmen aller Größenklassen treten immer häufiger in einen Kooperationswettbewerb um zusammen mit anderen “Playern“ zukunftsorientierte Strategien, innovative Technologiekonzepte und nachhaltige Geschäftsmodelle umzusetzen.

Dieser Wachstumsmarkt ist dabei bei Weitem nicht allein durch die Automobilindustrie geprägt. Verschiedenste Markteilnehmer aus den unterschiedlichsten Branchen gestalten den Markt. Elektromobilität wurde, ist und wird in den kommenden Jahren beträchtlich durch Telekommunikations- und IT-Unternehmen, Softwareanbieter, Energieunternehmen und auf Elektromobilität spezialisierte Startups geformt.

Wie die alternative Mobilität der Zukunft aber genau aussieht ist aus heutiger Sicht äußerst schwierig vorherzusehen. Mehrere Antriebstechnologien wie z.B. Wasserstoff, Biomethan oder elektrischer Strom aus Batterien stehen dabei aktuell auf dem Prüfstand. Letzteres scheint dabei momentan am Markt die besten Karten in der Hand zu halten. Grund genug den Stand der Elektromobilität in Südtirol anhand eines, natürlicherweise unvollständigen Auszugs, zu beleuchten.

Auf dem globalen Weg hin zu alternativen Antriebstechnologien, wird auch in Südtirol versucht durch innovative Projekte und ökonomische Anreize die Thematik der Gesellschaft nahezubringen. Um die dafür notwendige Logistik bereit zu stellen, sind laut Südtiroler Transportstrukturen (STA) aktuell in Südtirol ca. 80 öffentliche Ladestationen für Elektroautos installiert und eine Wasserstoff-Tankstelle in Bozen (Stand August 2019). Weitere 20 E-Ladesäulen und 5 Wasserstofftankstellen sollen folgen. Auch durch verschiedenste Projekte wird das Thema im Land vorangetrieben. Beispielhaft können dabei sicherlich der jährliche E-Drive-Day im Verkehrssicherheitszentrum Safety Park in Pfatten (Testtage), das Projekt LIFE des Landes Südtirol (u.a. im Bereich Infrastruktur, emissionsfreie Fahrzeuge), sowie das interregionale Projekt MENTOR der Gemeinde Meran (u.a. im Bereich Sharing-Konzepte, autonome Personenbeförderung) genannt werden.

Zudem werden der Bevölkerung ökonomische Anreize geboten. Folgend eine kurzer Überblick über die wichtigsten Fördermöglichkeiten im Bereich Elektromobilität in Südtirol:
Das Land Südtirol bietet Ankaufprämien für E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride sowie den entsprechenden Heimladestationen. Gefördert wird er Ankauf von neuen elektrifizierten PKWs und LKWs (auch mittels Leasing) und etwaiger Heimladestationen.

Privatpersonen, Vereine und Organisationen, sowie öffentliche Körperschaften:
Für Elektroautos wird eine Preisreduzierung in Höhe von Euro 4.000 (2.000 bei Plug-In-Hybriden) auf den Nettopreis vom Fahrzeughändler gewährt. Bei den Ladesystemen werden pro System 80% und max. Euro 1.000 gefördert. Privatpersonen können dabei maximal für 3 Systeme ansuchen.

Unternehmen und Freiberufler:
Für Elektroautos wird eine Preisreduzierung in Höhe von Euro 4.000 (2.000 bei Plug-In-Hybriden) auf den Nettopreis vom Fahrzeughändler gewährt. Bei den Ladesystemen werden pro System 70% und max. Euro 1.000 gefördert. Zusätzlich werden für Unternehmen und Freiberufler folgende Ausgaben gefördert:

  • 30% der Ausgaben bis max. 1.000,00 Euro für den Ankauf von zwei-, drei- und vierrädrigen E-Fahrzeugen
  • 30% der Ausgaben bis max. 1.500,00 Euro für den Ankauf von Lastenfahrrädern (auch elektrisch betriebene)
  • Zusätzlich Bis zu Euro 2.000 für Fahrschulen und Taxiunternehmen

Alle durch das Land Südtirol genannten Förderungen sind mit nationalen Förderprogrammen, wie den auf Abgaswerten beruhenden Ecobonus (max. Euro 6.000), kumulierbar.

 

 

Bildquelle: Nissan_Headquarter

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